Samstag, 18. August 2012

Does size matter?

Hallo ihr Lieben,
heute mal kein "oberflächlicher" NOTD oder New In Post, sondern mal ein Meinungs-Post. Und zwar beschäftigt mich immer wieder die Frage "Does size matter?" - Ist meine Kleidergröße von Bedeutung?
Irgendwie bin ich da nämlich geteilter Meinung. Auf der einen Seite steht die starke, unabhängige Frau und auf der anderen das kleine, pummelige Mädchen ohne Selbstvertrauen.
Die starke Frau in mir ist natürlich der Meinung, dass die Kleidergröße völlig nebensächlich ist, solange man sich geschmackvoll und entsprechend der eigenen körperlichen Stärken und Schwächen kleidet. Dieser Teil von mir glaubt, dass niemand einem anderen vorschreiben kann, was er tragen sollte und was nicht, dass auch Frauen mit strammen Oberschenkeln enge Jeans oder Shorts tragen dürfen (solange es auch ihre Größe und nicht 2 Nummern kleiner ist) und dass verdammt nochmal keiner mir ein schlechtes Gefühl geben darf, nur weil ich nicht Größe 36 habe. Versteht mich nicht falsch, ich bin trotzdem Ästhet genug um bestimmte Trends/Kleidung für bestimmte Körpertypen persönlich nicht gut zu finden. Hotpants und Cellulite sehen einfach nie charmant aus und bei Damen mit Muffinhosen (wenn Bauch und Hüftgold sich über den Hosenbund wölben, wie bei einem Muffin, weil es einfach die falsche Größe ist), kann ich mir das Kichern auch nicht verkneifen, aber grundsätzlich sollte doch jede Frau das Recht haben, sich modisch und nach ihrem eigenen Geschmack zu kleiden. Natürlich bitte, bitte nur in der richtigen Größe - nur weil du irgendwie in eine 38 reinpasst, heißt das nicht, dass es auch die richtige Größe ist ;) Aber wichtig sollte wie gesagt nur sein, dass man sich so akzeptiert und mag, wie man ist und sich in dem, was man trägt, gut fühlt, nicht was Menschen sagen, die andere einzig und allein aufgrund ihres BMI's bewerten.

Tja, sollte sein... Auf der anderen Seite ist da nämlich die kleine nervige Stimme, die bei jedem Blick in den Spiegel flüstert "Und wenn du jetzt 5 kg weniger hättest..." Denn egal, wie gut ich mich kleiden kann und wie gut mein Gespür für Farbe, Form und Details ist, 100%ig zufrieden bin ich mit meinem Erscheinungsbild/Körper trotzdem nicht! Ich hatte ja mal eine 36/38, ich weiß ja wie leicht shoppen sein kann, wenn man schlank ist. Aber blöderweise habe ich vor 6 Jahren krankheitsbedingt schlagartig innerhalb von nicht mal einem Monat 10 kg zugenommen, obwohl ich kaum mehr gegessen habe - das hat sich zwar normalisiert aber diese Kilos habe ich einfach nie wieder weg gekriegt (und es sind schätzungsweise nochmal 6 Faulheitskilos dazugekommen). Damals war ich völlig verzweifelt, ich ging so gut wie nie shoppen und wenn doch, dann immer unauffällige oder weite Sachen. An Modetrends habe ich mich schon gar nicht rangewagt, einfach aus dem idiotischen Grund, dass ich die 40 oder 42 nicht nehmen wollte! Ich wollte und konnte mir nicht eingestehen, dass das jetzt nunmal meine Größe ist; lieber ließ ich das Shirt hängen. Manche Sachen, wie Kleider hab ich nicht mal anprobiert, weil ich mir einredete, dass Frauen, die so dick sind wie ich, sowas einfach nicht tragen können. Aus heutiger Sicht war das natürlich absoluter Blödsinn, aber ich habe mich damals einfach komplett über mein Gewicht definiert. Ein halbes Jahr lang ging ich dann jeden Tag ins Fitnessstudio (Hauptgrund war der Sporttest für die Aufnahme beim BKA), aber anstatt dünner würde ich nur immer muskulöser und das sah noch schlimmer aus, als die weichen, weiblichen Rundungen - nachdem ich den Sporttest dann mit 4 Punkten zu wenig nicht schaffte, hörte ich mit dem (Kraft-)Sport auch wieder auf. Das mit dem Shoppen und fehlenden Selbstbewusstsein ging mehrere Jahre so. Ich habe mich zwar nicht unmodisch gekleidet, aber wirklich gern ging ich nicht einkaufen - jedes Teil, das nicht passte, schmälerte wieder mein Selbstbewusstsein.
Geändert hat sich das eigentlich nur durch 2 Sachen: Das Zusammenkommen mit meinem Freund und die Entdeckung von Plus Size Blogs. Mein Freund gibt mir einfach ein gutes Gefühl, weil er mich sexy findet und zwar genauso, wie ich nunmal bin. Das mit dem sexy kann ich zwar nicht so nachvollziehen, aber es pusht mein Ego ungemein, dass da dieser eine Mensch ist, der mich schön findet :) Ich mache mein Selbstwertgefühl zwar nicht allein von ihm abhängig, aber er hilft mir, mich selbst in einem anderen Licht zu sehen. Und für Mode habe ich mich eigentlich ausschließlich wieder wegen Plus Size Blogs wie Lu zieht an interessiert. Erst als ich gesehen habe, dass es da draußen Frauen gibt, die mehr auf den Knochen haben als ich und trotzdem einfach umwerfend schön aussehen, habe ich mich wieder getraut, modische, auffällige und sogar körperbetonte Sachen zu probieren. Und irgendwann ist dann auch der "Größen-Knoten" geplatzt. Mittlerweile ist es mir scheißegal, ob ich bei einem Shirt 'ne M und bei dem anderen 'ne 46 habe - who cares? Ich bin die einzige, die weiß, was auf dem Schildchen in meinem Kragen steht und mir ist es endlich egal :)
Aber wie gesagt, obwohl ich diese lange Reifephase durchgemacht habe und mich mittlerweile ganz wohl mit mir fühle und mir persönlich die reine Kleidergröße sonstwo vorbei geht, reicht manchmal eben doch ein schiefer Blick von einem hübschen, dünnen Mädchen und ich fühle mich wieder unwohl und unsicher (bei hässlichen, dünnen Mädchen ist es mir komischerweise egal, dann denkt ich mir nur "Wenigstens trifft bei mir nicht Kleidergröße = IQ zu!"). Und manchmal ärgert es mich einfach, dass ich für bestimmte Sachen/Trends einfach eeewig suchen muss, bis ich was finde, was wirklich gut an mir aussieht - es gelingt mir zwar meistens, aber es nervt trotzdem (und 'ne große Oberweite ist bei den vielen knabenhaften Schnitten echt nicht hilfreich). Und sind wir mal ehrlich: Wer von den Plus Size Damen würde denn nicht gern 5 kg (und mehr) weniger wiegen?
Naja, wie gesagt, ich bin bei diesem Thema geteilter Meinung: Auf der einen Seite ist die Kleidergröße mir echt egal und ich finde, dass ich mich (meistens) sehr gut kleide, aber auf der anderen Seite ist da Möppi (Bäuchlein's Name) und Möppi mag ich nicht...

... und ewig zweifelt das Weib...

Was denkt ihr zu dem Thema? Starke Frau oder unsicheres Pummelchen - was seid ihr???





Btw: Ich habe natürlich auch einen hammergeilen Charakter und innere Werte und bla, aber darum ging's hier ja nicht ;)

Kommentare:

  1. Ich bin eindeutig auch eine Mischung... aber irgendwie überwiegt das unsichere Pummelchen.... Na ja ^^ Ich versuche mich zu besser :D

    Sag mal wo hast du das Widget herbekommen, dass die Anzahl der bloglovin' follower zeigt? Meins ist ja leider ohne ^^

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    1. Ich versuche auch, mich zu bessern :)

      Puh, das Widget... Ich hatte das bei einem anderen Blog gesehen, wollte es auch und hab's nach ewigem Gefummel nicht geschafft. Daraufhin hab ich meinen Freund mit Hundeaugen angebettelt, ein wenig html-Zauber zu betreiben. Et voilà, nach einer halben Stunde hatte er mal wieder Wunder gewirkt :) Er hat versucht mir zu erklären, was er gemacht hat - irgendwas vonwegen Quellcode kopiert und meine html-Adresse rein gemacht, aber genau erklären kann ich's dir nicht... :( Wenn du magst, bitte ich ihn, dir das mal zu schreiben :)

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    2. Ich glaube selbst wenn er mir das aufschreibt, werde ich nur mit großen Augen davor sitzen und nix blicken xD
      Aber Danke für das Angebot :)

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  2. Ach, das ist wirklich ein schwieriges Thema. Ich denke, ich bin mittlerweile eher auf der starke-Frau-Seite angekommen, auch wenn das unsichere Mädchen immer noch manchmal vorbeischaut und ich gar nicht aus dem Haus möchte oder jeden Blick als etwas negatives interpretiere.
    Ich würde mir wünschen, dass uns allen all diese Gewicht-/Aussehen-Themen viel egaler werden. Es sollte für jeden in jeder Größe eine tolle Auswahl an Klamotten geben. Wir sollten überhaupt nicht mehr über andere schlecht reden, weil wir ihr Aussehen in irgendeiner Form beurteilen - und vor allem auch nicht über uns selbst! Und auch dieses Abnehmen-Wollen als Selbstverständlichkeit und grundsätzlich wünschenswertes sollten wir komplett abschaffen. Es ist ok, etwas an sich ändern zu wollen, aber ich finde es ist nicht ok, sich auf dem ganzen Weg dahin nur noch schlecht zu fühlen und und es sich nicht zu gönnen, sich im jetzt und hier genau so wie man ist wohlzufühlen.
    Für mich ist es so: Ich bin immer noch in dem Lernprozess, mich selber zu lieben. Ich habe für mich gelernt, dass es mir leichter fällt, wenn ich andere nicht nach ihrem Äußeren beurteile und auch mit mir selbst in meinen Gedanken liebevoller zu "sprechen": Es ist nicht mein blöder, hässlicher, dicker Bauch, es ist einfach mein Bauch. Ich möchte Sport machen, weil ich mich gerne bewege, und nur noch sportliche Aktivitäten betreiben, weil sie mir Spaß machen und nicht, weil ich irgendein Abnehm-Ziel daran knüpfe. Ich möchte Klamotten tragen, in denen ich mich schön finde, und welche Größe darin steht, ist mir komplett egal. Ich möchte Essen genießen und weder aus Frust irgendetwas in mich hineinstopfen noch mir leckere Dinge verbieten, weil ich sonst über irgendein Kalorienziel hinausschieße. Eigentlich möchte ich mir über all das so wenig Gedanken wie möglich machen und einfach genießen - so tun, als hätte es niemals hass- und neiderfüllte Bodyshaming-Artikel in Frauenzeitschriften, Blogeinträge oder irgendwelche verstörenden Tumblr-Thinspiration-Bilder gegeben.

    Nun hab ich deinen Eintrag ganz schön zugespammt mit meiner Predigt, das tut mir Leid :D
    Alles Liebe ♥

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    1. Hast du gar nicht! Ich hab mich sehr über deinen Post gefreut und teile deine Meinung :)

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  3. Du sprichst mir mit diesem Beitrag aus der Seele!

    Schönes Wochenende, P

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    1. Das freut mich - schön zu lesen, dass man nicht allein ist mit seinen Dämonen :)

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  4. Ein wirklich schöner Beitrag, gefällt mir gut und ich gebe dir vollkommen recht: Eigentlich sollte es einem vollständig egal sein, welche Größe auf dem Etikett steht, solange das Teil nur eben passt. ;-)
    Lieben Gruß
    Taro

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  5. Auch wenn mein Kommentar hier vielleicht etwas arg spät kommt (lese seit gestern Deinen Blog von vorne nach hinten durch ^^), möchte ich trotzdem noch kurz meinen Senf abgeben.
    Von den Outfit-Fotos, die Du bis jetzt online hast, kann ich nur sagen: Du bist hübsch! Ich finde "Schönheit" kann man gar nicht an Kleidergrößen festmachen. Wie Du sagst, es gibt auch 36er Größen, die entweder nun mal nicht so hübsch sind (hässlich ist ja Ansichtssache) oder es schaffen, sich mit Klamotten und/oder MakeUp einfach zu verschandeln...
    Mir wurde bei einer ähnlichen Diskussion schon mal vorgeworfen, ich soll gefälligst die Schnauze halten, weil ich ja dünn bin und deshalb keine Ahnung hab. Trotzdem habe auch ich ein ästhetisches Empfinden und das hat mit Kleidergrößen nichts zu tun. Und wenn jemand ein bisschen mehr auf den Rippen hat, aber trotzdem von innen strahlt, ist das hundertmal schöner als irgendeine Bohnenstange mit null Charakter. Und selbst wenn es ein bisschen arg viel mehr ist (was natürlich auch wieder Ansichtssache ist), dann giltet das genauso.

    Die Kleidergrößen sind in meinen Augen eh teilweise murks. Normalerweise trage ich bei Hose eine normale 38 (zumindest was die Weite angeht, sind mir dann aber meist zu kurz...), und hab vor drei Jahren beim Orsay eine kurze Hose gekauft, die Größe 32 hatte. Angeblich... Niemals! In meinen Augen. Nein, lieber Kleiderindustrie, ich fühle mich nicht besser, wenn ich auf einmal in Kindergrößen passe, danke. Und nein, ich will auch nicht aussehen wie eines dieser Skelett-Models. *schauder*
    Bei der Oberweite hab ich btw genau das gegenteilige Problem ;) Überall sitz es super, nur obenrum, da könnt noch ein bisschen mehr rein passen. ^^

    Was ich im Kern eigentlich sagen will ist: Solange man sich wohlfühlt, ist die Kleidergröße egal. Jeder hat mal Zweifel an sich, das ist völlig normal.
    Ich finde es toll, dass Du das Thema auf den Tisch bringst und Deine Sicht der Dinge schilderst.
    LG
    Nyxx
    PS: Ich geh dann jetzt mal weiterlesen ^^

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